TESTUNG AUF PYROGENE

Testung von Pyrogenen mittels des Monozyten Aktivierungstest
DIN EN ISO 10993-11 / EP 2.6.30

Als Pyrogene werden Stoffe oder Substanzen beschrieben, die bei parenteraler Gabe Fieber erzeugen können. Sie werden eingeteilt in exogene und endogene Pyrogene. Zu den exogenen Pyrogenen werden z. B. molekulare Verbindungen wie Lipopolysaccharide (Bakterien-Endotoxine) gezählt, aber auch Partikel, wie Gummiabrieb von Injektionsflaschen und mikroskopische Kunststoffteilchen. Demnach können nicht nur Bestandteile von Mikroorganismen pyrogen wirken, sondern auch das Medizinprodukt selbst oder dessen Material. Endogene Pyrogene werden vom Körper selbst produziert und setzen eine Kaskade von Immunreaktionen in Gang.

Pyrogene können, wenn nicht erkannt, beim Menschen Fieberreaktionen, Blutdruckabfall, Gerinnungsstörungen oder lebensgefährliche Schockzustände auslösen. Zum Nachweis wurde bisher ein in-vivo-Test (Tierversuch) am Kaninchen als sogenannter „Gold-Standard“ verwendet, bis der Limulus-Amöbozyten-Lysat-Test (LAL-Test, ex-vivo) und der Monozyten Aktivierungstest (MA-Test, MAT, in-vitro) eingeführt und von der Europäischen Pharmacopoeia anerkannt wurden. Der in vivo-Test soll auch in naher Zukunft wieder aus der Europäischen Pharmacopoeia entfernt werden.

Monozyten sind im Blut zirkulierende Zellen, deren Anteil 2-8 % der Blutzellen ausmacht. Sie sind die größten im Blut vorkommenden Zellen und halten sich in der Regel 2-3 Tage im Blutkreislauf auf, bis sie sich zu Makrophagen, auch bekannt als „Fresszellen“, weiterentwickeln. Sowohl Makrophagen, als auch Monozyten spielen bei der Immunantwort eine wichtige Rolle. Die Aktivität eines Monozyten lässt sich durch die Ausschüttung von Entzündungsfördernden Zytokinen, wie Tumornekrosefaktor (TNF) oder Interleukin-6 (IL-6) nachweisen, was man sich beim MAT zum Vorteil macht.

Beim MAT werden humane Monozyten mit einem Extrakt, gewonnen aus dem Medizinprodukt, oder einer direkten Probe versetzt. Diese Monozyten schütten beim Vorhandensein von Pyrogenen die typischen Zytokine, wie beispielsweise IL-6, aus. Aus dem Verhältnis aus der Menge an ausgeschütteten Zytokinen lässt sich Auskunft über das Vorhandensein der Pyrogene geben. Im Gegensatz zum LAL-Test, eignet sich diese Testung nicht nur zum Nachweis von fehlenden Endotoxinen, sondern kann generell als Pyrogennachweismethode fungieren.

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